Freitag, 24. Februar 2012

Vegetarische Ernährung


Was wir essen

Was gibt’s heute zum Essen? Das ist eine Entscheidung, die wir jeden Tag fällen. Dabei werden wir von unserem Appetit gedrängt, von unserem Geldbeutel bedrängt, von unserem Diätplan eingeschränkt und das Essen muss noch der ganzen Familie schmecken.
Aber was klingt wie eine alltägliche Banalität, ist in Wirklichkeit auch von entscheidender Bedeutung für unsere Gesundheit, für den Welthunger, für das Schicksal von Abermillionen Tieren, für das Fortbestehen ganzer Tierrassen und Biotope und für den Klimawandel.
Im Zentrum steht dabei das Fleisch. Vegetarismus, so liest man es häufig, ist „in“, verkauft sich gut und ist ein wichtiger Bestandteil des „Öko-Chics“ geworden. Vegetarier sind mal Gutmenschen, mal Ökofaschisten, mal unerträgliche Moralapostel.
Fleischfreie Ernährung ist jedoch weder eine kurze Modeerscheinung, noch ein zivilisatorischer Luxus. Vegetarier gab es schon immer, aber es gibt eine Reihe von Gründen, warum das Thema heute noch viel bedeutender ist als jemals zuvor:

1. Gesundheit
Wir brauchen kein Fleisch, es ist sogar eher schädlich. Die American Dietetic Organisation, der größte Verband von Ernährungsberatern in den USA, fasst es folgendermaßen zusammen: „Eine ausgewogene vegetarische Ernährung ist für alle Menschen in jeder Lebenslage geeignet, einschließlich Schwangerer, stillender Mütter, Kinder und Jugendlicher, ebenso wie für Sportler.“ Warum also Fleisch essen? Es erhöht das Risiko verschiedener Krebsarten, und so wie wir Tiere heute halten, ist ihr Fleisch die ideale Grundlage zur Verbreitung von Erregern wie Campylobacter, E. Coli und Salmonellen.

2. Der Welthunger
Dass heute über eine Milliarde Menschen hungern, ist ein Verteilungsproblem. Es ist genug Essen für alle da – aber nicht, wenn wir aus Mais Biosprit machen oder es an Tiere verfüttern. Um eine Kalorie Fleisch zu erhalten, muss man durchschnittlich 7 Pflanzenkalorien verfüttern. Der Fleischkonsum pro Kopf steigt in der westlichen Welt beständig an. Weniger Fleisch zu essen würde die globale Ernährungssituation bedeutend entschärfen.

3. Der Klimawandel
Nutztiere sind die größten Erzeuger von Treibhausgasen. Die Landwirtschaft ist dadurch der größte Verursacher des Klimawandels, größer noch als der gesamte Transportsektor. Unsere Ernährung ist deshalb im Hinblick auf die globale Erwärmung mindestens so wichtig wie Elektro- und Hybridfahrzeuge und vermiedene Flugreisen. Doch leider scheint das Essen bei der öffentlichen Debatte keine Rolle zu spielen.

4. Unmenschliches Leid
Zwischen den Bildern der Fleischproduzenten-PR und den Horrorbildern der Tierrechtsorganisation PETA liegt eine so große Kluft, dass man oftmals gar nicht mehr weiß, was man glauben soll. Was stimmt ist, dass von artgerechter Tierhaltung in der großen Mehrzahl der Fälle keine Rede sein kann. Im Supermarkt erhältliche Hähnchen haben zwischen 32 und 38 Tage lang gelebt. In freier Wildbahn werden Hühner 20 Jahre alt – nicht aber das Supermarkt-Hähnchen, das wäre dort nicht überlebensfähig. Es ist nämlich eine Hybridrasse, die auf maximale Gewichtszunahme – und nichts anderes als das – getrimmt ist. Die Tiere nehmen so schnell zu, dass sie sich kaum bewegen können und Knochenbrüche erleiden. Fortpflanzungsfähig sind sie auch nicht mehr, ihre Nachkommen werden künstlich hergestellt und gebrütet.
Das ist nur ein kleiner Ausschnitt aus der Realität der, anders lässt es sich nicht bezeichnen, Fleischindustrie. Die Landwirtschaft hat in den vergangenen Jahrzehnten einen massiven Strukturwandel vollzogen, hin zu riesigen Massentierhaltungsbetrieben, die ganz auf Profitmaximierung eingestellt sind. Tiere sind dort zu einer Ware geworden, ihr Erbgut wurde pervertiert, sie können sich nicht genügend bewegen, ein artspezifisches soziales Umfeld ist unmöglich. Ohne Betäubung werden die Tiere kastriert und ihnen Körperteile amputiert, regelmäßig sind Tiere auch bei der Schlachtung am Fließband nicht ausreichend betäubt.

Und jetzt?
Darf der Mensch Tiere überhaupt für sich nutzen, darf er sie töten, um sie zu essen? Wissenschaftliche Erkenntnisse machen es immer schwerer, den Menschen klar und deutlich vom Tier abzugrenzen. Dennoch lässt sich glaubhaft und überzeugend für die eine wie die andere Seite argumentieren – welche Seite er bevorzugt, muss jeder Mensch für sich selbst entscheiden. 
Die Bedingungen, unter denen aber heute in Deutschland das Fleisch produziert wird, sind auf keinen Fall mit unseren Wertvorstellungen und unserer Moral vereinbar. Die weitreichenden Komplikationen für Mensch und Tier, für Umwelt und das Klima, sind nicht bestreitbar.
Weniger Fleisch essen oder Vegetarier werden ist empfehlenswert, aber jedermanns eigene Entscheidung, und das ist auch gut so. Was die wesentlichen Mängel in der Landwirtschaft angeht, ist stattdessen die Politik gefragt: Sie muss klare gesetzliche Rahmenbedingungen schaffen. Denn der Verbraucher ist weder ausreichend informiert, noch ist es ihm möglich, über Bio-Eier hinaus irgendetwas nennenswert zu verändern.

(Artikel von Jonas, bitte beachtet auch die dazu passende Umfrage weiter unten)

Mittwoch, 22. Februar 2012

Acta stoppen!

Hallo zusammen,

aus gegebenem Anlass wollen wir auf ACTA (Anti-Counterfeiting Trade Agreement) aufmerksam machen. Am Samstag dem 11.2. gab es eine Demo in Köln am Roncalli-Platz, bei der auch Mitglieder der Grünen Jugend Leverkusen anwesend waren. Da wir uns mit diesem Thema in nächster Zeit intensiv beschäftigen möchten, hier einige Infos:

Was ACTA überhaupt ist:
ACTA ist ein von Wirtschaftslobbyisten und Staaten "im Hinterzimmer" ausgehandeltes Handelsabkommen zur Stärkung des Urheberrechts. Auch jetzt sind nicht alle Vertragsdetails bekannt.
Zu befürchten sind eine starke Einschränkung der Netzfreiheit und Privatsphäre im Netz. So soll in alten Entwürfen gestanden haben, dass der Internetprovider gesendete Dateien überwachen sollte und bei Verstößen die Urheberrechtsinhaber informieren sollte. (Dies soll aber mittlerweile gestrichen worden sein)

Für weitere Informationen (generell ist es schwer "objektive" Quellen zu dem Thema zu finden, bspw. wo wirklich Vertragsklauseln genannt werden):

http://www.gruene.de/fileadmin/user_upload/Dokumente/Beschluesse_BuVo/20120206_ACTA_BuVo.pdf 

http://www.gruene.de/einzelansicht/artikel/warum-wir-acta-ablehnen.html

http://www.stopp-acta.info/deutsch/index.html

http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,811808,00.html

http://www.youtube.com/watch?v=9LEhf7pP3Pw (von Anonymous)


http://trade.ec.europa.eu/doclib/docs/2012/february/tradoc_149034.pdf <-damit es nicht ganz einseitig ist (die einzige Pro-ACTA-Haltung, die im Internet zu finden war)

Wir hoffen, das Thema stößt bei euch auf Interesse!